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27.07.2022

3spin GmbH & Co. KG: Lernen mit Virtual Reality

Im Lagerbereich eines Logistikbetriebs bricht ein Entstehungsbrand aus. Umgehend ertönt das akustische Warnsignal, im Gebäude entsteht Unruhe. In solchen Stresssituationen entscheidet die schnelle und fehlerfreie Reaktion der Beschäftigten über die Schadensbegrenzung. Für Unternehmen ist es daher gesetzliche Pflicht und Teil des nachhaltigen Risikomanagements, ihre Mitarbeitenden regelmäßig in der Unfallverhütung und Brandbekämpfung zu schulen.

Um diese Sicherheitsunterweisungen praxisnah, gefahrlos und ressourceneffizient durchzuführen, bietet die 3spin GmbH & Co. KG aus Darmstadt eine spezialisierte Lösung: die immersive Autorenumgebung „3spin Learning“.

Immersive Technologien für den modernen Arbeitsschutz

Mithilfe von Virtual Reality (VR) ermöglicht die Plattform das Trainieren kritischer Abläufe in einer realitätsgetreuen, computergenerierten Umgebung. Über eine VR-Brille tauchen die Beschäftigten visuell und auditiv vollständig in das Szenario ein.

Um den Lerneffekt bei der Brandschutzunterweisung physisch zu unterstützen, kombiniert das System die Software mit einem realen, sensorisch modifizierten Übungs-Feuerlöscher. Betätigt der Anwender die mechanische Auslösung des realen Löschgeräts, registrieren die integrierten Sensoren die Aktion und übertragen sie in Echtzeit in die virtuelle Simulation. Der virtuelle Löschschaum tritt exakt in Abhängigkeit von der Handhabung aus. Auf diese Weise können komplexe Verhaltensweisen unter realitätsnahen Bedingungen risikofrei und beliebig oft trainiert werden.

Die Plattform wurde im Jahr 2018 von den Studienfreunden Oliver Göck und Thomas Hoger entwickelt. Ihr Ziel war es, die betriebliche Aus- und Weiterbildung sowie den Arbeitsschutz durch den gezielten Einsatz von Virtual Reality und Augmented Reality (AR) zukunftsfähig aufzustellen.

„Bei Augmented Reality erweitern wir die physische Realität des Nutzers durch das Einblenden digitaler Zusatzinformationen im Sichtfeld einer transparenten Brille“, erklärt Mitgründer Oliver Göck. „Nähert sich eine Arbeitskraft im Betrieb einer komplexen Industrieanlage, markiert das Display präzise die zu bedienenden Schalter und gibt Schritt-für-Schritt-Anweisungen. AR-Anwendungen eignen sich hervorragend dazu, Beschäftigte direkt an ihrem realen Arbeitsplatz anzuleiten und Fehlerquoten bei Einweisungen systematisch zu minimieren.“

Wachstum durch die Beteiligung der BMH

Die kontinuierliche Weiterentwicklung und Skalierung einer solchen No-Code-Plattform – die es Kunden ermöglicht, VR- und AR-Trainings ohne eigene Programmierkenntnisse selbst zu erstellen – erfordern eine solide finanzielle Basis.

Seit der Frühphase unterstützt die BMH Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH das Unternehmen als strategische Eigenkapitalpartnerin. Mit Mitteln aus den hessischen Wirtschaftsförderfonds stellt die BMH Venture Capital bereit, um die Marktdurchdringung der Technologie in der Industrie, dem Gesundheitswesen und dem Logistiksektor aktiv voranzutreiben.

Relevanter Beitrag zur CSRD-Berichterstattung von Unternehmen

Für gewerbliche Anwender bietet die Digitalisierung der Arbeitssicherheit greifbare Vorteile im Rahmen ihrer ESG-Nachhaltigkeitsberichterstattung (Säule S - Soziales und Arbeitsschutz):

  • Risikominimierung: Beschäftigte erlernen Verhaltensweisen in Gefahrensituationen, die in der Realität nicht gefahrlos simuliert werden können.
  • Ressourceneffizienz: Virtuelle Schulungen benötigen keine Löschmittel, setzen keine Emissionen frei und reduzieren den Reiseaufwand zu zentralen Schulungszentren.
  • Dokumentationssicherheit: Der erfolgreiche Abschluss von Sicherheitsunterweisungen kann digital erfasst und im Rahmen des gesetzlichen Arbeitsschutzmanagements lückenlos auditiert werden.

Die Partnerschaft zwischen der 3spin GmbH & Co. KG und der BMH zeigt, wie öffentliches Beteiligungskapital technologische Innovationen im hessischen Mittelstand ermöglicht – für sicherere Arbeitsplätze und modernere Weiterbildungsstrukturen.

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