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27.05.2026

Der Robert-Gernhardt-Preis 2026 geht an Artur Becker und Fikri An?l Alt?nta?

Der Schriftsteller Artur Becker und der Autor und Journalist Fikri An?l Alt?nta? erhalten den Robert Gernhardt Preis 2026. Diese Entscheidung der Jury hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels heute bekannt gegeben. Den Preis loben das Land Hessen und die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) gemeinsam aus. Die Preisträger teilen sich das von der WIBank gestiftete Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro.

Erinnerung, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt

„Ich gratuliere Artur Becker und Fikri An?l Alt?nta? herzlich zum Robert Gernhardt Preis 2026. Beide Autoren widmen sich in ihren literarischen Projekten existenziellen Fragen von Erinnerung, Zugehörigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt – und finden dafür jeweils eine ganz eigene, eindringliche Sprache“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels. „Artur Becker erzählt von Schuld, Vergangenheit und der Suche nach Wahrheit zwischen Polen und Deutschland. Fikri An?l Alt?nta? richtet den Blick auf männliche Verletzlichkeit, Trauer und politische Spannungen der Gegenwart. Beide Vorhaben zeigen eindrucksvoll, wie Literatur gesellschaftliche Erfahrungen sichtbar machen und neue Perspektiven eröffnen kann. Ich freue mich darauf, die fertigen Bücher zu lesen.“

„Der Robert Gernhardt-Preis zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie lebendig und kraftvoll die Literaturszene in Hessen ist. Die WIBank unterstützt dieses Engagement mit großer Überzeugung, weil kreative Stimmen unsere Gesellschaft bereichern und Zukunft gestalten. Herzlichen Glückwunsch den beiden Preisträgern“, sagt Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung.

Artur Becker wurde 1968 in Bartoszyce (Polen) geboren und lebt seit 1985 in Deutschland. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Gedichtbände und Essays und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis.

Den Robert Gernhardt Preis 2026 erhält er für sein Romanprojekt „Der Lebendige hat kein Grab“. Der Roman erzählt von dem polnischen Publizisten Poldek Szabla, der seit Jahrzehnten in Frankfurt am Main lebt und glaubt, einen ehemaligen Freund und Spitzel des kommunistischen Sicherheitsdienstes in den 1980er Jahren getötet zu haben. Als dieser Mann Jahrzehnte später plötzlich wieder auftaucht, gerät Poldeks Leben aus den Fugen. In atmosphärisch dichter Sprache verbindet Artur Becker Fragen von Schuld, Erinnerung und Identität mit deutsch-polnischer Zeitgeschichte und entwirft zugleich das vielschichtige Porträt eines Mannes zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Fikri Anil Altinta? lebt in Berlin und arbeitet als Autor, Journalist und Moderator. In seinen Texten beschäftigt er sich insbesondere mit Fragen von Männlichkeit, Migration und gesellschaftlichem Zusammenleben.

Den Robert Gernhardt Preis 2026 erhält er für sein Romanprojekt „Valhalla“. „Valhalla“ spielt in einer Reha-Einrichtung in der sächsischen Provinz und begleitet einen Erzähler, der nach schwerer Krankheit und dem Tod seiner Mutter versucht, seinem Leben und seinem Körper neue Ordnung zu geben. Zwischen Krafttraining, Gruppensitzungen und politischen Gesprächen entsteht ein literarischer Text über Trauer, Männlichkeit und gesellschaftliche Spannungen der Gegenwart. In rhythmischer, körperbezogener Sprache verbindet Fikri An?l Alt?nta? persönliche Erfahrungen mit Fragen nach Zugehörigkeit, Nation und Verletzlichkeit.

Was ist der Robert Gernhardt Preis?

Um den Robert Gernhardt Preis 2026 konnten sich Autorinnen und Autoren bewerben, die aktuell an einem größeren literarischen Projekt arbeiten und einen Bezug zu Hessen im Lebenslauf oder im geplanten literarischen Projekt haben. Der Preis wird am 17. September 2026 im Produktionshaus Naxos in Frankfurt am Main verliehen.

Infos zum Preis finden Sie hier: Robert Gernhardt Preis | Hessen Wissenschaft

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