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Geschafft! Rückblick auf den Breitbandausbau im Main-Kinzig-Kreis

Rund 600 Kilometer Glasfaserkabel, 800 Multifunktionsgehäuse und etwa 1.700 Kabelverzweiger – das ist die Bilanz von gut zwei Jahren Breitbandausbau im Main-Kinzig-Kreis. Insgesamt konnten 29 Städte und Gemeinden mit einem leistungsstarken Glasfasernetz versorgt werden. Rund 38.000 Haushalte und 1.700 Geschäftskunden nutzen bereits die schnelle Datenverbindung.

Eine schnelle Internetverbindung zählt heute zu den zentralen Bestandteilen einer modernen Infrastruktur und hat direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner und das wirtschaftliche Wachstum. Obwohl ein schnelles Datennetz teilweise zur Selbstverständlichkeit geworden ist, sind Bandbreiten von unter einem Megabit pro Sekunde in ländlichen Regionen keine Seltenheit.

Als die ersten Unternehmen darüber nachdachten umzuziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und es immer mehr Familien in nahegelegene Städte zog, wurde der Handlungsbedarf im Main-Kinzig-Kreis sichtbar. Das Ziel war schnell formuliert: Eine flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur im gesamten Main-Kinzig-Kreis mit einer Versorgung von mindestens 25 und bis zu 50 Megabits pro Sekunde, auch in entlegenen Gebieten des Kreises. 

Die europaweite Ausschreibung 2011 endete leider ergebnislos. Kein Betreiber wollte den Glasfaserausbau übernehmen. Daraufhin entschied sich der Main-Kinzig-Kreis die Sache selbst in die Hand zu nehmen und gründete 2012 die Breitband Main-Kinzig GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Kreises. Die Idee dahinter: Der Landkreis stellt die Infrastruktur zur Verfügung und verpachtet das Glasfasernetz an einen Netzbetreiber. Mit dem bayerischen  Telekommunikationsanbieter M-net war ein Vertragspartner gefunden, das zinsgünstige Breitbanddarlehen der WIBank vervollständigte den Finanzierungsplan.

Der Plan ging auf: Weniger als drei Jahre später, im August 2015, ist der flächendeckende Ausbau geschafft. 2017 folgt noch der Anschluss von Neubaugebieten, Schulen, Rathäusern und außenliegenden Höfen und Weilern. Parallel zu diesen Gebieten werden Unternehmen mit Glasfasertechnik angeschlossen, deren Bedarf über 50 Megabits pro Sekunde hinausgeht.

Im Interview blickt Landrat Erich Pipa noch einmal auf das bislang größte Infrastrukturprojekt im Main-Kinzig-Kreis zurück.

Herr Pipa, welche Chancen sehen Sie durch das Projekt? Was hat sich schon verändert?

Ich habe viele Gespräche mit Unternehmern geführt und erfahren, wie wichtig der Breitbandanschluss nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem flachen Land ist. Zum Beispiel habe ich von einem Unternehmer in Flörsbachtal erfahren, dass er große Datenmengen auf USB Sticks ziehen und persönlich zu seinen Kunden fahren muss, da seine Internetverbindung bei weitem nicht ausreicht. Mehrere Unternehmer dachten darüber nach umzuziehen. Durch den Breitbandausbau konnten wir nicht nur bestehende Unternehmen halten, sondern auch neue anziehen. Das heißt Arbeitsplätze wurden gesichert und neue geschaffen. Diese Entwicklung setzt sich bis heute fort.

Ich sehe allerdings nicht nur Chancen im Bereich der Wirtschaftsförderung. Der demografische Wandel war für einige Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis ein großes Problem. Für viele Familien war die mangelhafte Internetverbindung ein Grund wegzuziehen. Jetzt kann ich erfreulicherweise von einer umgekehrten Entwicklung sprechen. Der Bürgermeister aus Jossgrund berichtete mir, dass mittlerweile Familien aus dem Raum Frankfurt aufs Land ziehen. Diese arbeiten zwar weiterhin in Frankfurt, aber auch teilweise im Home Office, was durch die gute Internetanbindung jetzt möglich ist.

Gab es im Projektverlauf einen Moment, der Sie besonders berührt hat?

Besonders gefreut habe ich mich über die rege Beteiligung und das Interesse der Bürger von jung bis alt. Vor allem ein Gespräch mit einem älteren Ehepaar ist mir positiv im Gedächtnis geblieben. Die beiden haben Urenkel in Kanada, mit denen sie jetzt über ihr Tablet skypen und Bilder austauschen. Die schnelle Internetverbindung hat ihre Lebensqualität stark verbessert.

Wie haben Sie es geschafft alle Beteiligten auf dem Laufenden zu halten?

Ein gutes Projektmanagement ist hier das A und O und die Bereitschaft aller Beteiligten zusammenzuarbeiten.
Die Bürgerinnen und Bürger haben wir auf insgesamt 44 Bürgerversammlungen vor Ort und über Presseartikel auf dem Laufenden gehalten. Zusätzlich gab es sogenannte „Anschalttage“ für jeden in Betrieb genommenen Ortsteil, gemeinsam mit den ortsansässigen Politikern. Zusätzlich haben wir auf der Internetseite der Breitband Main-Kinzig GmbH den Ausbaustatus kontinuierlich aktualisiert [Anm. d. Red. http://www.breitband-mkk.de/ausbaustatus].

Wie würden Sie rückblickend ihr Erfolgsrezept beschreiben?

Zunächst einmal braucht man den Mut ein solches Projekt anzugehen. Entscheidend für den Erfolg unseres Projektes war die gute Zusammenarbeit und Unterstützung von Kommunen, Politik, Bauunternehmen und Bürgern. Das lag vor allem daran, dass wir das Vorhaben von Anfang an offen gelegt haben. Viele haben sich mit dem Projekt identifiziert und das hat den Zusammenhalt im gesamten Landkreis gestärkt. Wir sprechen deshalb auch vom „Bürgernetz“.

 

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Claudia Ungeheuer

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