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„Die Zukunft liegt in der Energie der Sonne.“ Da ist sich Hans Lenhardt, Leiter der Biogasanlage mit nachwachsenden Rohstoffen in Griesheim, sicher.

Mit einer gehörigen Portion Durchsetzungsvermögen, viel Idealismus und den Fördergeldern der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen gelang es dem Landwirt, ein „Lebensprojekt“ – wie er es selbst nennt – zu verwirklichen.

   
  „Die Biogasanlage muss man sich vereinfacht vorstellen wie eine blecherne Kuh.“ erklärt Lenhardt lächelnd. Und in der Tat ähnelt das Funktionsprinzip der 2007 in Betrieb genommenen Anlage dem Innenleben einer Kuh: Die Griesheimer Landwirte und ihre benachbarten Kollegen liefern die sonnengereiften, gehäckselten Rohstoffe direkt an der Anlage ab,
wo diese in einem Flachsilo luftdicht eingelagert und in Silage umgewandelt werden. Durch Wärme und Gärung zerlegen Bakterien über einen Zeitraum von 60 bis 80 Tagen in Gärtanks oder Fermentern die abbaubaren Inhaltsstoffe der Pflanzen. Bei diesem Prozess entsteht Biogas, das ca. 53% Methan enthält. Das Biogas wird von den beiden Fermentern in ein Blockheizkraftwerk geleitet, das nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Koppelung 40% Strom und 60% Wärme erzeugt. Der Strom wird sofort in das öffentliche Netz eingespeist und versorgt über 600 Haushalte mit Energie aus der Steckdose. Gleichzeitig wird die Wärme über ein Nahwärmenetz an acht Aussiedlerbetriebe im Umkreis der Biogasanlage weitergeleitet. Dabei arbeitet die Biogasanlage nicht nur energetisch effizient, dank modernster Technik ist sie auch wartungsarm: Lediglich ein bis zwei Arbeitsstunden pro Tag müssen für Kontroll- und Inspektionsarbeiten aufgewendet werden.
Jährlich spart die innovative Anlage so rund 1.000 Tonnen Kohlendioxidemissionen gegenüber herkömmlicher Energieerzeugung ein. Hans Lenhardt weist auf den besonders hohen Energieertrag der Anlage hin: „Das ist doch die Lebensfrage der Zukunft: wie wir unsere Energie gewinnen sollen. Unsere Biogasanlage liefert nicht nur Strom, sondern macht auch die Wärme nutzbar, die in konventionellen Kraftwerken gar nicht verwertet wird.“ Dies unterstreicht die Nachhaltigkeit des gesamten Projektes, das die WIBank mit 75.000 Euro im Rahmen des Programms zur Förderung der ländlichen Entwicklung in Hessen gefördert hat.  
  Mit der Biogasanlage in Griesheim entstand ein zukunftsorientiertes Projekt, das für alle Beteiligten maximalen Nutzen bietet. Herr Lenhardt ist stolz auf die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten der Umgebung: „Unsere Landwirte sind gleichzeitig Rohstofflieferanten und Nutznießer der Anlage – sie profitieren direkt von der hier produzierten Wärme. Eigentlich mag ich dieses Wort ja nicht, aber das ist definitiv eine Win-win-Situation für alle Beteiligten!“
   

 

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